Von Hany Danial
Am 22. Januar fand die konstituierende Sitzung des Beirats für Angelegenheiten von Romnja und Sintizze statt. Damit nimmt der erste Beirat seiner Art in Deutschland die Arbeit auf. Auch europaweit ist er einzigartig, denn der Beirat bezieht explizit und gesetzlich verankert neben deutschen auch ausländische bzw. nach Deutschland eingewanderte Rom*nja und Sinti*zze mit ein.
Die Grundlage des Beirats ist das Berliner Partizipationsgesetzes. Nach Paragraf 18 nimmt der Beirat Stellung zu politischen Initiativen, die die Belange von Rom*nja und Sinti*zze betreffen. Um dies tun zu können, muss der Beirat künftig bei Vorhaben, Maßnahmen, Strategien, Konzepten und Programmen des Senats, die die Belange von Rom*nja und Sinti*zze betreffen, frühzeitig beteiligt werden.
Zum Beirat gehören: Petra Rosenberg, Hajdi Barz, Milan Raković, Roman Herzberg, Magdalena Lovrić und Milena Ademović. Künftige stellvertretende Mitglieder sind Harijeta Redzepović, Joschla Melanie Weiss, Sani Rifati und Hamze Bytyçi. Zum Gremium gehören auch die Staatssekretäre für Integration, Antidiskriminierung und Vielfalt, Max Landero, und für Jugend und Familie, Falko Liecke sowie die Beauftragte des Senats von Berlin für Partizipation, Integration und Migration, Katarina Niewiedzial. Vorsitzende des Beirates ist die e Senatorin für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung, Cansel Kızıltepe.
Senatorin Cansel Kızıltepe: „Die Diskriminierung von Sinti*zze und Rom*nja ist noch immer ein gravierendes gesellschaftliches Problem in Deutschland und auch in Berlin. Diese Diskriminierung macht es Betroffenen sehr schwer, gleichberechtigt in unserer Stadt zu leben. Erschreckend dabei ist, wie normal und weitestgehend unsichtbar Antiziganismus in unserer Gesellschaft funktionieren kann. Darum ist der neue Beirat ein enormer Fortschritt in der strukturellen Einbindung von Rom*nja und Sinti*zze in unserer Stadt. Ohne das unermüdliche Engagement der Community über Jahre hinweg wäre der Beirat nicht zustande gekommen. Wir werden als Berliner Senat mit dem Beirat konstruktiv und vertrauensvoll zusammenzuarbeiten und seine Anregungen ernst nehmen. Denn nur gemeinsam können wir der Diskriminierung von Sinti*zze und Rom*nja etwas entgegensetzen. In Zeiten eines erstarkenden Rechtspopulismus ist es unsere Aufgabe, das demokratische Miteinander und den
Zusammenhalt in der Stadt zu stärken und Menschen vor Ausgrenzung und Diskriminierung zu schützen.“
Eine Geschäftsstelle des Beirats wird im Rahmen eines Zuwendungsprojekts die Arbeit des Gremiums begleiten und zeitnah enigerichtet.





