Von Kai Volker
Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa begrüßt die geplanten Maßnahmen der Bundesregierung zum Kinder- und Jugendmedienschutz. Sie fordert verbindliche Regeln für digitale Plattformen, mehr Verantwortung der Anbieter und eine dauerhaft finanzierte Medienbildung für Kinder, Eltern und Fachkräfte.

Der Schutz von Kindern und Jugendlichen vor den Risiken der digitalen Welt darf nicht länger aufgeschoben werden. Mit Blick auf die heute veröffentlichten Eckpunkte der Bundesregierung zum Kinder- und Jugendmedienschutz begrüßt Eva Welskop-Deffaa, Präsidentin des Deutschen Caritasverbandes, die angekündigten Maßnahmen. Zugleich macht sie deutlich, dass es entschlossenes politisches Handeln braucht, um junge Menschen wirksam vor den kommerziellen Interessen großer Tech-Konzerne zu schützen.

Ein zentraler Bestandteil des geplanten Maßnahmenpakets ist das vorgesehene Nutzungsverbot sozialer Netzwerke für Kinder unter 13 Jahren. Ausnahmen sollen für nachweislich kindgerechte Angebote möglich sein. Aus Sicht der Caritas ist dies ein wichtiger Schritt, um Minderjährige im digitalen Raum besser zu schützen. Entscheidend sei jedoch, dass nicht allein Eltern und Familien die Verantwortung für die Mediennutzung ihrer Kinder tragen. Vielmehr müssten auch die digitalen Plattformbetreiber stärker in die Pflicht genommen und verbindlichen, wirksamen Regeln unterworfen werden.

Dabei gehe es nicht nur um Altersgrenzen und Zugangsbeschränkungen, sondern auch um einen grundlegenden Wandel im Umgang mit digitalen Technologien. Der Deutsche Caritasverband unterstützt ausdrücklich die Mahnungen und Forderungen von Papst Leo XIV., der ein Bündnis zwischen Politik, Bildungseinrichtungen und Familien für notwendig hält. Ziel müsse ein verantwortungsvoller Umgang mit Technologie sein, der die innere Freiheit des Menschen stärkt, digitale Zurückhaltung fördert und Minderjährige vor kommerzieller Ausbeutung ihrer Verletzlichkeit schützt.

Als weiteren wichtigen Schritt bewertet die Caritas die geplante Änderung des Achten Buches Sozialgesetzbuch (SGB VIII). Damit sollen die digitale Lebenswelt junger Menschen und die Förderung ihrer Medienkompetenz stärker in der Kinder- und Jugendhilfe verankert werden. Für Eva Welskop-Deffaa kommt es nun darauf an, dass diese Vorhaben nicht bei gesetzlichen Absichtserklärungen bleiben. Die Einrichtungen und Dienste der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe müssten finanziell so ausgestattet werden, dass sie den wachsenden Anforderungen tatsächlich gerecht werden können.

Auch das angekündigte „KI-Seepferdchen“ sieht die Caritas als mögliche Chance, sofern es Teil eines umfassenden und langfristig angelegten Konzepts der Medienbildung wird. Ein solches Konzept müsse Kinder und Jugendliche ebenso erreichen wie ihre Eltern und die pädagogischen Fachkräfte, die sie im Alltag begleiten.

Die Botschaft der Caritas ist damit klar: Ein wirksamer Kinder- und Jugendmedienschutz braucht mehr als Verbote und technische Beschränkungen. Er erfordert verbindliche Verantwortung für Plattformbetreiber, eine verlässliche politische Strategie und gezielte Investitionen in Bildung und Beratung. Nur wenn Politik, Familien und Bildungseinrichtungen gemeinsam handeln und digitale Unternehmen konsequent in die Pflicht genommen werden, lässt sich eine digitale Umgebung schaffen, in der die Sicherheit, Entwicklung und Selbstbestimmung junger Menschen Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen haben.