Von Hany Danial

Der FC Bayern München sorgt in der laufenden Champions-League-Saison weiter für Schlagzeilen, allerdings diesmal aus den falschen Gründen. Nach dem turbulenten 3:3-Unentschieden gegen den norwegischen Underdog Viking FK blickt das Team von Vincent Kompany kritisch auf die eigene Leistung. Während die Sportredaktionen in Deutschland heiß über die wiederkehrenden Defensivprobleme diskutieren, richtet sich der Blick bereits auf die kommenden Aufgaben in der Königsklasse und mögliche Verstärkungen auf dem Transfermarkt.

Was wie ein Pflichtsieg auf internationalem Parkett geplant war, entwickelte sich im hohen Norden zu einem echten Albtraum. Die Münchner, die in der Bundesliga das Geschehen dominieren, schienen den Gegner in der Anfangsphase völlig zu unterschätzen. Viking FK nutzte eiskalt jede Unaufmerksamkeit aus und stellte den Rekordmeister durch Tore von Gianni Stensness und Peter Christiansen sensationell mit 2:0 vor eine Herkulesaufgabe.
Zwar zeigte der Favorit nach dem Seitenwechsel ein ganz anderes Gesicht: Angeführt von einem torhungrigen Harry Kane (mit einem verwandelten Foulelfmeter und einem Treffer aus dem Spiel heraus) sowie Luis Díaz drehten die Bayern die Partie zwischenzeitlich komplett zum 3:2. Doch die Freude währte nicht lang. Der Platzverweis gegen Michael Olise (Gelb-Rot in der 74. Minute nach hektischen Aktionen) beraubte die Münchner in Unterzahl der nötigen Kontrolle. In der Schlussminute schlug Viking eiskalt zu und markierte durch Herman Haugen den überraschenden, aber aus Sicht der Norweger verdienten 3:3-Ausgleich.

Die Verantwortlichen an der Säbener Straße sparten nach dem Abpfiff nicht mit Selbstkritik. Sportvorstand Max Eberl bemängelte offene Defizite und betonte, dass man aktuell schlichtweg zu viele einfache Fehler produziere, die auf diesem Niveau gnadenlos bestraft werden. Auch Coach Vincent Kompany sprach von „unnötigen Konzentrationsschwächen“, betonte jedoch, dass der Einsatzwillen der Mannschaft stimme. Dennoch: Nach dem Patzer am Wochenende sorgt vor allem die defensive Stabilität für Kopfzerbrechen bei den Fans und Experten.

Viel Zeit zum Durchatmen bleibt dem FC Bayern nicht, denn der Spielplan im internationalen Geschäft verzeiht keine Schwächephasen. Die kommenden Wochen bringen absolute Spitzenspiele, in denen eine Leistungssteigerung zwingend erforderlich ist, um die Tabellenspitze nicht aus den Augen zu verlieren.

Passend zu den wackelnden Auftritten in der Hintermannschaft kursieren in den Katakomben bereits neue Transfergerüchte. Berichten zufolge sondieren die Bayern-Scouts den Markt nach potenziellen Verstärkungen für die Abwehrkette, um für die Rückrunde und die K.o.-Phase international noch stabiler aufgestellt zu sein. Ob im Winter nachgelegt wird, hängt stark von der Entwicklung in den kommenden Wochen ab.