Die Folgen der Klimakrise machen unseren Wäldern zu schaffen. Sie werden durch zu wenig Regen und hohe Temperaturen geschwächt. Besonders naturferne Wälder sind dadurch in den letzten Jahren anfälliger für Schädlinge, Krankheiten und Brände geworden. Naturnah zu wirtschaften, ist deshalb wichtiger denn je. Denn nur so können wir den Wald als Ort unserer biologischen Vielfalt erhalten und fit machen für das veränderte Klima.

Wald schützen und Wald nutzen, das kann erfolgreich Hand in Hand gehen. Wie genau das funktioniert, haben sich Dr. Bettina Hoffmann, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, und Dr. Manuela Rottmann, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundeslandwirtschaftsministerium, heute in einem Forstbetrieb im brandenburgischen Werneuchen angesehen. Ziel des Forstbetriebes ist es, Holz mit naturnaher Waldwirtschaft zu erzeugen. Der Forstbetrieb strebt an, Wälder mit hohen Anteilen standortheimischer Baumarten zu erhalten und zu entwickeln.

Parlamentarische Staatssekretärin Dr. Manuela Rottmann: „Jeder Wald, den wir infolge der Klimakrise durch Dürre oder Waldbrand verlieren, ist ein Wald zu viel. Denn mit dem Wald geht unsere natürliche Klimaanlage ebenso verloren wie zahlreiche Tier- und Pflanzenarten sowie der wertvolle, nachwachsende Rohstoff Holz. Bei all den Schäden, die wir in unseren Wäldern in Deutschland über die letzten Jahre leider beobachten müssen, stimmt mich der Besuch heute hoffnungsvoll. Wir sehen in Werneuchen, wie mit naturnaher Bewirtschaftung der Waldumbau erfolgreich gelingt. Statt auf Kiefernmonokulturen, wie sie zum Teil auch hier in Brandenburg noch typisch sind, setzt der Betrieb gezielt auf Mischwald für die nächste Waldgeneration. Gut so! Denn der Umbau von reinen Nadelwäldern ist wichtig, wenn es darum geht, unsere Wälder widerstandsfähiger gegenüber den Risiken der Klimakrise zu machen. Wir unterstützen die Waldbesitzenden mit gezielter Förderung im großen Umfang beim ökologischem Waldumbau, sowie bei der Wiederbewaldung der Schadflächen mit klimaresilienten Mischwäldern. Unsere Wälder werden damit zu Hotspots für Klimaschutz und Biodiversität!“

Auf der Exkursion besichtigten die Staatssekretärinnen die verschiedenen Maßnahmen, die der Inhaber des Forstbetriebes, Mathias Graf von Schwerin, für einen naturnahen Wald durchführt. Altbestände werden einzelstammweise genutzt. Totholz wird gefördert. Ausgewählte alte Bäume genießen Schutz. Pflanzenschutzmittel werden nicht eingesetzt. Besonderen Wert legt Mathias Graf von Schwerin auf den Grundsatz „Wald vor Wild“, denn nur angepasste Wildbestände ermöglichen die natürliche Verjüngung. Gegenüber Pflanzungen hat die Naturverjüngung gerade in Zeiten, in denen Dürren zunehmen, entscheidende Vorteile. Besonderes Augenmerk wird auch auf die Kohlenstoffspeicherung gelegt. So hebt der Betrieb durch Dauerwaldwirtschaft das Potential des Waldes als Klimaretter.

Parlamentarische Staatssekretärin Dr. Bettina Hoffmann: „Ich bin beeindruckt, wie umsichtig und sehr gut durchdacht der Forstbetrieb mit seinem naturnahen Waldbaukonzept die aktuellen Herausforderungen angeht. Wie er den Wald als Ökosystem akzeptiert, schützt und nutzt. Das Ergebnis kann man direkt sehen. Der Wald ist grüner und feuchter, weil die unterschiedlich großen Bäume den Boden beschatten und Verdunstung vermeiden. So ist er gegen die Folgen der Klimakrise besser gewappnet. Naturverjüngung, alte höhlenreiche Bäume und Totholz bieten Lebensräume für Spechte, Fledermäuse und Insekten. Genau das brauchen wir für unsere Wirtschaftswälder! Gesunde Wälder gehören zu unseren natürlichen Lebensgrundlagen und sichern diese dauerhaft. Sie sind Klimaschützer, sorgen für einen ausgeglichenen Wasserhaushalt, bieten Erholungsraum für uns Menschen und sind Hotspots biologischer Vielfalt. Daher ist die Entwicklung von naturfernen Forsten zu naturnahen klimaresilienten Ökosystemen ein wichtiger Baustein der BMUV Waldpolitik.“