Von Hany Danial
Anlässlich des Welttages der psychischen Gesundheit hat die FIFA eine alarmierende Bilanz ihrer Initiative zum Schutz von Spielern vor Hass und Beleidigungen in sozialen Medien veröffentlicht. Die Ergebnisse im Zusammenhang mit der diesjährigen FIFA-Weltmeisterschaft zeigen, wie weit verbreitet digitale Gewalt im Fußball ist und welche Bedeutung wirksame Schutzmaßnahmen für die psychische Gesundheit der Betroffenen haben.
Mehr als 17 Millionen Beiträge und Kommentare wurden während des Turniers durch den FIFA-Spielerschutzdienst für soziale Medien analysiert. Rund 240.000 Inhalte wurden als beleidigend oder missbräuchlich eingestuft, während 477 Fälle einer menschlichen Überprüfung unterzogen wurden. Mehr als die Hälfte der überwachten Personen erhielt mindestens eine Nachricht, die als beleidigend eingestuft wurde. Besonders besorgniserregend ist dabei der rassistische Hintergrund vieler Angriffe: Jede fünfte erfasste Beleidigung war rassistisch motiviert.
Die Auswertung verdeutlicht zudem das Ausmaß weiterer Formen digitaler Gewalt. Bei 14 Prozent der als beleidigend eingestuften Inhalte wurden Gewaltandrohungen festgestellt. Fremdenfeindliche Äußerungen machten zwölf Prozent aus. Damit stieg der Anteil rassistischer Inhalte gegenüber der Gruppenphase der FIFA-Weltmeisterschaft 2026, in der er noch bei elf Prozent gelegen hatte, im Verlauf des Turniers deutlich an.
Die Folgen solcher Angriffe reichen weit über die digitale Welt hinaus. Beleidigungen, Drohungen und rassistische Anfeindungen können bei den Betroffenen Angst, anhaltenden Stress und Depressionen auslösen. Spieler, Trainer, Schiedsrichter und weitere Mitglieder der Nationalmannschaften stehen dabei ebenso im Fokus wie ihre Familien und ihr persönliches Umfeld. Die FIFA sieht den Ausbau ihrer Schutzmaßnahmen deshalb als wichtigen Beitrag dazu, die digitale Umgebung im Fußball sicherer zu gestalten und die psychische Gesundheit der Beteiligten besser zu schützen.
Ein zentraler Bestandteil dieser Strategie ist der Einsatz künstlicher Intelligenz. Während der diesjährigen Weltmeisterschaft überprüfte das automatische Moderationssystem insgesamt 60,7 Millionen Nutzerkommentare auf den offiziellen FIFA-Kanälen und den Kanälen der teilnehmenden Mitgliedsverbände. Davon wurden 9,2 Millionen Nachrichten – rund 15 Prozent aller erfassten Interaktionen, blockiert, bevor sie ein öffentliches Publikum erreichen konnten. Dabei handelte es sich unter anderem um Spam, mutmaßlich betrügerische Aktivitäten und andere schädliche Inhalte.
Im Vergleich zur FIFA-Weltmeisterschaft 2022 in Katar, bei der rund 20 Millionen Beiträge und Kommentare analysiert worden waren, lag die Zahl der ausgewerteten Inhalte bei der diesjährigen Ausgabe mit mehr als 17,1 Millionen zwar niedriger. Gleichzeitig stieg die Zahl der automatisch moderierten Kommentare jedoch von 13,7 Millionen auf 60,7 Millionen. Nach Angaben der FIFA ist diese Entwicklung vor allem auf technologische Verbesserungen und die höhere Leistungsfähigkeit des KI-gestützten Systems zurückzuführen. Dadurch konnten mehr Inhalte automatisch erkannt und abgefangen werden, während sich die menschliche Überprüfung auf besonders relevante Fälle konzentrierte.
Die FIFA verstärkte darüber hinaus ihre Zusammenarbeit mit den sozialen Netzwerken. Im Verlauf des Turniers wurden auch mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugte, beleidigende Bilder identifiziert, die zuvor nicht von den Plattformen entfernt worden waren. Der Spielerschutzdienst reagierte darauf und veranlasste die Entfernung entsprechender Inhalte. Zudem meldete die FIFA Hunderte Konten mit bedrohlichen Inhalten an Strafverfolgungsbehörden.
Wie ernst die Bedrohung genommen wird, zeigen auch die Zahlen zu möglichen Straftaten. Insgesamt überschritten 2.905 Konten während des Turnierzeitraums vom 11. Juni bis zum 19. Juli die Schwelle für eine mögliche strafrechtliche Untersuchung. Davon wurden 786 Konten den zuständigen Behörden zur Prüfung übermittelt. Bei 232 Konten wurden besonders schwerwiegende Inhalte mit potenziell realen Sicherheitsrisiken festgestellt. Diese Fälle erhielten bei den Ermittlungen höchste Priorität und erforderten umfangreiche Untersuchungen sowie eine intensive Zusammenarbeit verschiedener Behörden.
FIFA-Präsident Gianni Infantino bekräftigte angesichts dieser Ergebnisse das Engagement des Weltverbandes im Kampf gegen Hass im Internet. Mit verbesserten Technologien wolle die FIFA nicht nur gegen manuell erstellte Beleidigungen vorgehen, sondern auch gegen schädliche, KI-generierte Bilder. Die 240.000 erfassten Fälle und die Analyse von mehr als 17 Millionen Beiträgen zeigten, wie wichtig entschlossenes Handeln sei. Der Spielerschutzdienst stehe deshalb auch den 211 FIFA-Mitgliedsverbänden und den Kontinentalverbänden zur Verfügung. Nur durch gemeinsame Anstrengungen könne diesem Verhalten entgegengewirkt werden, das Mensche





