Von Sara Volker
Um auf dieses Verbrechen aufmerksam zu machen gibt es den Europäischen Tag gegen Menschenhandel am morgigen 18. Oktober 2024. Aus diesem Anlass kündigt die Bundesregierung den ersten umfassenden Nationalen Aktionsplan gegen Menschenhandel an. Dieser Maßnahmenkatalog wird derzeit erarbeitet und soll im Frühjahr 2025 verabschiedet werden.
Der Nationale Aktionsplan wird Wegweiser für die zukünftige Bekämpfung des Menschenhandels sein. Er umfasst eine Vielzahl von Maßnahmen zur Bekämpfung des Menschenhandels, die von Prävention und Strafverfolgung bis hin zur Unterstützung von Betroffenen und der Zusammenarbeit auf internationaler Ebene reichen. Ziel ist es, die strukturellen Rahmenbedingungen weiter zu verbessern, um Menschenhandel in Deutschland und grenzüberschreitend noch effektiver zu bekämpfen.
Bundesinnenministerin Nancy Faeser: „Durch Menschenhandel werden Menschen zur Ware gemacht und ihr Leben brutal aufs Spiel gesetzt. Diese besonders menschenverachtende Form der Kriminalität – oftmals mit sexueller Ausbeutung – bedeutet für die Opfer unermessliches Leid. Deshalb stellen sich die deutschen Polizeibehörden Menschenhandel so konsequent entgegen. Wir wollen die Täter zur Verantwortung ziehen, ihre Netzwerke zerschlagen und die Opfer schützen. Die Bundespolizei bekämpft erfolgreich Schleuserbanden, die mit der Not von Menschen ihre skrupellosen Geschäfte treiben. Alle unsere Maßnahmen zur Prävention, Strafverfolgung und zum Opferschutz werden wir jetzt in einem neuen Nationalen Aktionsplan gegen Menschenhandel bündeln.“
Bundesfamilienministerin Lisa Paus: „Gemeinsam setzen wir uns dafür ein, von Menschenhandel Betroffene noch besser zu schützen. Dafür schafft der Nationale Aktionsplan Menschenhandel die erforderlichen Möglichkeiten. Jugendliche und Kinder, die oft besonders verletzlich sind, stehen im Fokus unserer Bemühungen. Aber auch Frauen in prekären wirtschaftlichen oder aufenthaltsrechtlichen Situationen mit geringen Sprachkenntnissen laufen schneller Gefahr, von Menschenhandel betroffen zu werden. Der Schutz und die Unterstützung dieser Menschen haben für uns höchste Priorität. Heute hat die unabhängige Berichterstattungsstelle zu Menschenhandel ihren ersten Periodischen Bericht veröffentlicht, der wichtige Daten bündelt und analysiert. Dieser Bericht setzt ein starkes Signal gegen Menschenhandel, denn es ist der erste Bericht seiner Art, der alle bestehenden staatlichen und nichtstaatlichen Daten zusammenfasst und auswertet.“
Bundesjustizminister Dr. Marco Buschmann: „Menschenhändler nutzen Zwangslagen skrupellos aus, um andere Menschen auszubeuten. Zwangsprostitution, Zwangsarbeit, Ausbeutung durch Bettelei oder Ausbeutung der Arbeitskraft: Menschenhändler schrecken vor nichts zurück. Auch vor Kindern und Jugendlichen machen sie nicht Halt. Wir müssen entschlossen gegen diese verabscheuungswürdige Kriminalitätsform vorgehen – auch und gerade mit den Mitteln des Strafrechts. Der Nationale Aktionsplan zielt daher auch auf eine effektive Strafverfolgung, unter anderem durch eine intensivierte Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern.“





