Von Peter Azer
Steigende Energiekosten belasten vor allem Menschen mit geringem Einkommen. Beim Stromspar-Check in Erfurt zeigte sich, wie finanzielle Entlastung und Klimaschutz Hand in Hand gehen können. Bundesumwelt- und Klimaschutzminister Carsten Schneider informierte sich vor Ort über die Arbeit des bundesweiten Projekts, das vom Deutschen Caritasverband und dem Bundesverband der Energie- und Klimaschutzagenturen Deutschlands (eaD) getragen wird.
Während seines Besuchs erlebte der Minister, wie die Stromspar-Teams Haushalte individuell und auf Augenhöhe beraten. Die Haushalte erhalten nicht nur praktische Verhaltenstipps, sondern auch Soforthilfen wie LED-Leuchtmittel, wassersparende Duschköpfe, Thermohygrometer und Gutscheine für Kühlgeräte. So können im Durchschnitt rund 300 Euro pro Jahr eingespart werden. Schneider betonte, dass Klimaschutz sozial gerecht sein müsse, insbesondere für Menschen mit geringem Einkommen. Der Stromspar-Check zeige seit Jahren, dass gezielte Unterstützung beim Energiesparen Kosten senkt, den Zugang zu effizienten Geräten ermöglicht und zugleich Qualifizierungschancen für Langzeitarbeitslose bietet. Daher sei geplant, das Projekt in den kommenden Jahren auszubauen, damit mehr Haushalte bundesweit von den Vorteilen profitieren können.
Seit 18 Jahren hat der Stromspar-Check bereits rund 480.000 Haushalten geholfen, Energie zu sparen und aktiv zum Klimaschutz beizutragen. Bisher konnten dadurch eine Million Tonnen CO₂ eingespart werden. Das Projekt bietet zudem ehemals Langzeitarbeitslosen die Möglichkeit, durch die Tätigkeit als Stromsparhelferinnen neue Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt zu gewinnen. Dr. Friedrich von Schönfeld, Vorstand des Deutschen Caritasverbandes, unterstrich, dass der Stromspar-Check Menschen vor Energiearmut schützt und zugleich den Helferinnen eine sinnvolle Aufgabe bietet. Marko Mühlstein, Vorstandsvorsitzender des eaD, ergänzte, dass Energieeffizienz eine der effektivsten Maßnahmen zum Klimaschutz sei und das Beratungsangebot dabei helfe, unkompliziert und nachhaltig Energie einzusparen.
Auch der Standort Erfurt zeigt, wie sozialer Klimaschutz konkret umgesetzt wird: Die Teams unterstützen Alleinerziehende, kinderreiche Familien und Menschen mit kleinen Renten dabei, steigende Energiekosten zu bewältigen und Energiesperren vorzubeugen – niedrigschwellig, praxisnah und kostenlos. Luisa Weigmann, Projektleiterin in Erfurt, fasst zusammen: Wenn Haushalte nach der Beratung ihre nächste Stromrechnung entspannter erwarten können, ist das der größte Erfolg für das Team.





