Der 1. FC Union Berlin ist Tabellenführer der Fußball-Bundesliga. Eigentlich ein ganz normaler Satz in der deutschen Sprache – und doch kann es immer noch keiner wirklich glauben. Es ist ein kleines Fußballwunder, das die Enttäuschungen in den ersten Europa-League-Wochen fast schon nebensächlich erscheinen lässt. Das neueste Märchen der parallelen Fantasiewelt, in die dieser Verein vor einigen Jahren hineingestolpert ist.

Wenig später verabschiedete sich Baumgartl. Nach einer knappen Stunde war der durchaus gelungene Nachmittag vorbei für den 26-Jährigen, der für Paul Jaeckel ausgewechselt wurde und unter stehenden Ovationen den Platz verließ. „Wir haben ihn ein bisschen ins kalte Wasser geworfen. Er hat ein gutes Spiel gemacht, auch wenn der eine oder andere Wackler dabei war. Aber es freut mich unheimlich für ihn“, sagte Fischer nach dem Spiel..

Baumgartls Kollegen waren hingegen noch nicht ganz fertig und nach Halbchancen für Niko Gießelmann und Morten Thorsby machte Becker den Deckel drauf. Nach einem gechippten Zuspiel von Paul Seguin setzte sich der Surinamer im Eins-gegen-eins gegen Casteels durch.

Danach wurde im Stadion gespottet. „Ohne Kruse habt ihr keine Chance“ sangen sie auf der Gegengerade. Doch vor allem überwog in der Köpenicker Abendsonne die pure Euphorie. Union war Spitzenreiter und unten in den Katakomben gab es nur lachende Gesichter. Als Baumgartl zum Schluss noch gefragt wurde, was ihm auf dem Rückweg zu seiner alten Form noch fehlt, verabschiedete er sich mit einem Witz: „Außer meinen zweiten Hoden, meinst Du?“