Von Sara Volker

Die Krankenhausreform der Landesregierung aus CDU und SPD gerät zunehmend in die Kritik. Besonders die Schließung der Gefäßchirurgie am Klinikum Ernst von Bergmann (EvB) zum 1. August sorgt für erhebliche Fragen zur künftigen Versorgungssicherheit in Potsdam.

Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgt der Tod eines Patienten im Klinikum Ernst von Bergmann nach einem mutmaßlich gefäßchirurgischen Notfall. Ob ein Zusammenhang zwischen dem Todesfall und der Schließung der Gefäßchirurgie besteht, ist bislang nicht geklärt und wird derzeit untersucht.

Widersprüchliche Angaben zur ärztlichen Versorgung
Brisant ist dabei eine Aussage von Gesundheitsminister René Wilke. Noch während der Sondersitzung des Gesundheitsausschusses am 24. Juli hatte Wilke erklärt, dass auch nach der Umstrukturierung weiterhin drei Gefäßchirurgen am Klinikum Ernst von Bergmann tätig sein würden.

Aktuellen Presseberichten zufolge bestehen jedoch Zweifel daran, ob diese angekündigte personelle Ausstattung tatsächlich gewährleistet ist. Damit stellt sich eine zentrale Frage: Ist die medizinische Versorgung bei zeitkritischen Gefäßnotfällen weiterhin in ausreichendem Umfang sichergestellt?

Gerade bei akuten Gefäßerkrankungen kann eine schnelle fachärztliche Behandlung entscheidend sein. Verzögerungen bei der Diagnostik oder Therapie können schwerwiegende Folgen haben.

Dr. Daniela Oeynhausen, gesundheitspolitische Sprecherin der AfD-Fraktion Brandenburg, kritisiert die Umstrukturierung scharf. Ihrer Ansicht nach dürften bestehende Versorgungsstrukturen nicht abgebaut werden, solange alternative Strukturen noch nicht zuverlässig funktionieren.

Oeynhausen verweist zudem auf den gesetzlichen Sicherstellungsauftrag des Landes Brandenburg und fordert eine umfassende Offenlegung der Prüfungen, die vor der Umstrukturierung in Potsdam vorgenommen wurden.

Aus ihrer Sicht müsse die Patientensicherheit oberste Priorität haben. Kosteneinsparungen dürften nicht dazu führen, dass Patienten bei medizinischen Notfällen nicht rechtzeitig von den erforderlichen Fachärzten behandelt werden können.

Die Debatte um die Gefäßchirurgie am Klinikum Ernst von Bergmann steht damit beispielhaft für die grundsätzliche Frage, wie weit Krankenhausstrukturen verändert werden können, ohne die medizinische Versorgung vor Ort zu gefährden.

Die entscheidende Frage ist nun, ob die angekündigte Versorgung tatsächlich gewährleistet ist und welche Erkenntnisse die laufenden Untersuchungen zum Todesfall ergeben.

Die Landesregierung steht deshalb unter zunehmendem Druck, transparent darzulegen, wie die Versorgungssicherheit nach der Umstrukturierung gewährleistet werden soll. Sollte sich bestätigen, dass die Reform zu Versorgungslücken führt, dürfte die politische Diskussion über ihren weiteren Kurs erheblich an Schärfe gewinnen.