Von Hany Danial
Vor dem Sportausschuss warb am Mittwoch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Claudia Roth, für das geplante Kulturprogramm zur EURO 2024, während Jürgen Dusel, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, die Europameisterschaft als Lackmustest für die Barrierefreiheit in Deutschland benannte.
Unter dem Leitmotiv „Vom Fußball berührt“ würden rund 60 Projektträger wie Museen, Theater, Festivals, Bildungseinrichtungen, Vereine und Fan-Initiativen ein umfangreiches Rahmenprogramm zur EURO 2024 bieten, sagte Kultur-Staatsministerin Roth. Ziel des Kulturprogramms sei es, ein offenes, vielfältiges, inklusives und gastfreundliches Bild von Deutschland in die Welt zu tragen.
Insgesamt stünden für das Kulturprogramm 13,2 Millionen Euro zur Verfügung – 10,6 Millionen Euro davon seien Projektmittel. Damit sollen Kultur- wie Fußballbegeisterte erreicht werden. „Wenn die Nationalmannschaft es auch so macht, wie die vielen Künstlerinnen und Künstler, werden wir Europameister“, gab sich Roth überzeugt.
Der Behindertenbeauftragte Dusel machte deutlich, dass es allen Menschen ermöglicht werden müsse, die Begeisterung rund um die Fußballeuropameisterschaft leben zu können, „nicht nur zuhause vor dem Fernseher, sondern auch im Stadion und beim Public-Viewing“.
Die Barrierefreiheit, so Dusel, sei ein Qualitätsmerkmal für ein modernes Land. „Dementsprechend ist die Europameisterschaft ein Lackmustest dafür, wie barrierefrei wir tatsächlich sind.“ Problematisch bewertete er die Situation für Rollstuhlfahrer in den Arenen. In den deutschen Stadien gebe es deutlich zu wenig Rollstuhlplätze. „Keines der Stadien der 1. und der 2. Bundesliga erfüllt die gesetzlichen Bestimmungen“, bemängelte Dusel. Wenn nun auf Druck der UEFA für das Turnier die Zahl der Rollstuhlplätze erhöht werde, dürfe es anschließend auf keinen Fall einen Rückbau geben, warnte er.
DFB-Präsident Bernd Neuendorf machte deutlich, dass die EURO 2024 das nachhaltigste Turnier aller Zeiten werden solle. „Wir wollen stilbildend sein“, sagte er. Das Markanteste beim Thema Nachhaltigkeit sei der gemeinsam mit der UEFA aufgelegte Klimafonds.
Es umfasse sieben Millionen Euro und solle Amateurvereinen zugutekommen, die davon „energetische Maßnahmen zur Reduzierung von CO2“ finanzieren könnten. Die Antragsstellung verlaufe sehr unbürokratisch, betonte der DFB-Präsident.
UEFA-Vertreter Martin Kallen bewertete den Stand der Vorbereitungen als gut, auch wenn noch vieles zu tun sei.
Der Erfolg des Turniers, so Kallen, stehe und falle mit dem Thema Sicherheit. Es gelte daher das richtige Verhältnis zwischen einem offenen Fußballfest, das alle mitnimmt, und einem hohen Maß an Sicherheit zu finden.
Die UEFA sei daher in einem kontinuierlichen Austausch mit den Sicherheitsbehörden über die Gefährdungslage.





