Vom Sara Volker
Es sollte ein machtvolles Signal einer jungen Generation werden, die unter dem Motto „Gen Z regelt“ in über 30 deutschen Städten für soziale Gerechtigkeit, bezahlbaren Wohnraum und mehr Mittel für Bildung auf die Straße zog. Doch was am Samstagnachmittag weitgehend friedlich und getragen von Hunderttausenden Teilnehmenden begann, verwandelte sich mit Einbruch der Dunkelheit in einigen Metropolen in ein Trümmerfeld. Die Vorfälle in den Abendstunden werfen schwere Schatten auf den friedlichen Protest und entfachen eine tiefgreifende politische Debatte über Sicherheitsarchitektur, extremistischen Missbrauch und die Rhetorik staatlicher Verantwortungsträger.
Besonders dramatisch spitzte sich die Lage in Frankfurt am Main zu. Während sich die Kundgebungen tagsüber im Zentrum konzentrierten, schlugen die Ausschreitungen rund um die Einkaufsmeile Zeil und die Konstablerwache am Abend in pure Gewalt um. Vermummte Gruppen nutzten das Chaos, um Schaufenster von Modegeschäften und Elektronikläden einzuschlagen und Waren im großen Stil zu entwenden. Einsatzkräfte sahen sich mit Pflastersteinen, Barrikadenbränden und Pyrotechnik konfrontiert. Für Schlagzeilen sorgte zudem ein gezielter Angriff auf ein Waffengeschäft, bei dem die Polizei nur durch den schnellen Einsatz von Spezialeinheiten und Wasserwerfern Schlimmeres verhindern konnte.
Auch in Köln kam es zu schweren Eskalationen, als Demonstrationszüge im Bereich des Hauptbahnhofs und der Domplatte mit den Sicherheitskräften aneinandergerieten. Hier trafen nicht nur protestierende Jugendliche auf die Polizei, sondern es bildeten sich gewalttätige Cluster aus gewaltbereiten Störern, die Einsatzkräfte mit Barrikadenteilen, E-Scootern und Flaschen angriffen. Der Einsatz von Tränengas und Wasserwerfern verwandelte Teile der Innenstadt zeitweise in ein Sperrgebiet. Während sich die Organisatoren der Initiative „Gen Z regelt“ umgehend von jeglicher Gewalt distanzierten und auf die Aufspaltung der Bewegung durch externe Krawallmacher hinwiesen, zogen die Sicherheitsbehörden eine düstere Bilanz zahlreicher verletzter Beamtinnen und Beamter sowie Dutzender Festnahmen.





