Von Hany Danial 

Nur noch 100 Tage bis zum Start der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 stehen die drei Gastgeberländer – USA, Kanada und Mexiko – vor beispiellosen sicherheitspolitischen Herausforderungen in der Geschichte des Turniers.

Laut einem Bericht der britischen Zeitung The Guardian vom gestrigen Tag sieht sich Gianni Infantino, Präsident der FIFA, scharfer Kritik ausgesetzt. Der Vorwurf: Die politische Verstrickung rund um die Austragung der WM in den USA während des Konflikts mit Iran stelle die moralische Integrität des Turniers infrage.

Die Zeitung argumentiert, dass diese Situation einen deutlichen Widerspruch zur traditionellen Idee des Sports als Plattform für Frieden und Völkerverständigung darstellt und die Weltmeisterschaft dadurch zunehmend zu einem globalen politischen und ethischen Streitpunkt werde.

Auch die britische The Times warnt, dass die militärische Eskalation mit Iran die Sicherheitsrisiken für Fans deutlich erhöhen könnte. Dem Bericht zufolge sehen sich Besucher der WM potenziellen terroristischen Bedrohungen sowie komplexeren Sicherheitsmaßnahmen rund um Stadien und Fan-Zonen gegenüber.

Infolge dieser Entwicklungen bereiten sich US-Behörden darauf vor, die Sicherheitsvorkehrungen in den Gastgeberstädten deutlich zu verschärfen, um den Schutz der Millionen erwarteten Besucher zu gewährleisten.

Gleichzeitig hat der US-Kongress zwar 625 Millionen Dollar zur Stärkung der Sicherheitsmaßnahmen in 11 Gastgeberstädten vorgesehen. Doch die Mittel sind derzeit aufgrund politischer Blockaden in Washington noch eingefroren.

Diese Verzögerung setzt die lokalen Behörden unter enormen Zeitdruck, da sie möglicherweise gezwungen sind, die Sicherheitskosten vorläufig selbst zu tragen, bevor das Turnier beginnt.

Ein Beispiel ist die Stadt Foxborough im Bundesstaat Massachusetts. Dort kann die Genehmigung für die Austragung von Spielen im Gillette Stadium erst erteilt werden, wenn etwa 7,8 Millionen Dollar für Sicherheits- und Schutzmaßnahmen bereitgestellt werden – eine Summe, die einen erheblichen Teil des jährlichen Stadtbudgets ausmacht.

Damit gehört es zu den zentralen Austragungsorten der größten Weltmeisterschaft in der Geschichte des Turniers – was den Druck auf die Behörden zusätzlich erhöht, maximale Sicherheit und Organisation zu gewährleisten.

Beobachter erwarten, dass vorübergehende Finanzierungslösungen entweder von der US-Bundesregierung oder von der FIFA bereitgestellt werden könnten, um die Kosten zu decken und die notwendigen Genehmigungen rechtzeitig zu ermöglichen.

Sollte die Finanzierung jedoch ausbleiben, könnten einige Kommunen gezwungen sein, Genehmigungen zu verweigern oder Spiele in andere Städte zu verlegen. Ein solcher Schritt würde nicht nur den Spielplan der Weltmeisterschaft, sondern auch die Sicherheits-, Transport- und Koordinationspläne zwischen den drei Gastgeberländern erheblich beeinträchtigen