Von Peter azer
Mit dem Inkrafttreten des Rechtsanspruchs auf Ganztagsförderung für Grundschulkinder ab dem 1. August ist nach Einschätzung des Deutschen Caritasverbandes (DCV) ein familien- und bildungspolitischer Meilenstein erreicht. „Die Halbtagsschule alten Typs passt nicht zu den Lebenswirklichkeiten von Kindern und Familien heute. Es braucht verlässliche Angebote der Förderung auch am Nachmittag, die die Bedingungen guten Aufwachsens in einer angespannten Gesellschaft verbessern“, betont Eva Welskop-Deffaa, Präsidentin des Deutschen Caritasverbandes. „Eine rein zahlenmäßige Betrachtung des Fortschritts, die die Anzahl der Ganztagsplätze zum alleinigen Maßstab nimmt, reicht dabei nicht aus. Entscheidend ist die Qualität der Angebote, gerade für Kinder aus verletzlichen Familienkonstellationen.“ Ein angemessener Fachkraft-Kind-Schlüssel, qualifiziertes und multiprofessionelles Personal, eine kindgerechte Pädagogik und die verbindliche Zusammenarbeit von Schule und Jugendhilfe sind Qualitätsanforderungen, an die der Deutsche Caritasverband aus Anlass des Inkrafttretens mit Nachdruck erinnert.
Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa: „Entscheidend ist, dass Kinder im Ganztag gut begleitet werden, individuelle Förderung erfahren und sich sicher fühlen. Das Angebot muss Bildungs- und Teilhabechancen für alle verbessern.“ Die jüngste UNICEF-Studie zum Kindeswohl sieht Deutschland auf Rang 25 von 37 Industrieländern. Rund jedes fünfte Kind fühlt sich in der Schule nicht wohl, jedes neunte berichtet von Einsamkeit. Gleichzeitig verharrt die Kinderarmutsquote seit Jahren auf einem hohen Niveau. „Diese Rahmendaten machen den dringenden Handlungsbedarf deutlich“, so Welskop-Deffaa.
Wenn Betreuungseinrichtungen künftig noch stärker Teil des Unterstützungssystems für Familien werden sollen, wie von der Bundesregierung avisiert, brauchen sie ausreichend Personal, Zeit und fachliche Kompetenz, um dieser Verantwortung gerecht zu werden. „Ganztagsschulen, Horte und Ferienangebote müssen Orte sein, an denen Kinder gerne sind, soziale Beziehungen erleben, Rückzugsmöglichkeiten, Spiel- und Leseecken finden und unabhängig von ihrer Herkunft gleiche Chancen erhalten“, betont Welskop-Deffaa.
Kommunen, Länder, Schulen, Jugendämter und freie Träger – wie auch die Caritas – sind gemeinsam gefordert, das Bildungs- und Resilienzversprechen des Ganztags einzulösen. Gute gesetzliche Rahmenbedingungen sind die Voraussetzung für ein gutes Miteinander zum Wohle der Kinder.
Jahreskampagne 2026: „Zusammen geht was. Caritas verbindet Generationen“
Die Caritas Jahreskampagne 2026 stellt das Thema gelingender Generationenbeziehungen in den Mittelpunkt. Unter dem Motto „Zusammen geht was. Caritas verbindet Generationen“ werben Mitgliedsverbände und Einrichtungen der Caritas bundesweit das ganze Jahr über für ein Füreinander und Miteinander der Generationen: in Generationencafés und Lesepatenprogrammen, mit Jugendfreiwilligendiensten und Projekten der youngcaritas. Im Laufe des Jahres macht die Kampagne, deren Symbol zwei Schuhe eines Caritas-Generationen-Paars auf rotem Schuhkarton sind, mit rund 10.000 Schuhpaaren auf zu Generationenpyramiden gestapelten roten Schuhkartons die Begegnungsorte der Caritas sichtbar.





