Atlanta.In einer packenden Begegnung auf internationalem Parkett hat sich die englische Nationalmannschaft knapp gegen eine leidenschaftlich kämpfende norwegische Auswahl durchgesetzt. Vor ausverkauftem Haus im Wembley-Stadion avancierte ein spätes Tor zum Matchwinner in einer Partie, die von taktischen Finessen und individueller Klasse geprägt war.

Die Three Lions übernahmen von Beginn an das Kommando, sahen sich jedoch früh mit der eiskalten Effizienz der Gäste konfrontiert. Norwegen agierte aus einer kompakten Defensive heraus und setzte auf schnelle Umschaltmomente. Bereits in der 14. Minute schlug das Pendel zugunsten der Skandinavier aus: Nach einem präzisen Steilpass durch das Mittelfeld enteilte der norwegische Top-Stürmer der englischen Innenverteidigung und vollstreckte eiskalt zur überraschenden 1:0-Führung für die Gäste.

England zeigte sich keineswegs geschockt. Die Mannschaft von Nationaltrainer erhöhte den Druck über die Außenbahnen. Der Lohn für den unermüdlichen Aufwand folgte noch vor der Pause. In der 38. Minute kombinierte sich die Offensive flüssig durch das Zentrum, ehe der englische Kapitän per Direktabnahme aus elf Metern den hochverdienten Ausgleich erzielte. Mit dem 1:1 ging es in die Kabinen.

Nach dem Wiederanpfiff entwickelte sich eine offene und hochintensive Partie. England drängte auf die Führung und belohnte sich in der 62. Minute: Nach einer präzise getretenen Ecke stieg Englands Abwehrchef am höchsten und köpfte den Ball unhaltbar in die Maschen – 2:1.

Wer dachte, Norwegen würde nun einbrechen, sah sich getäuscht. Die Gäste bewiesen Moral und nutzten eine defensive Unachtsamkeit der Engländer eiskalt aus. Nur zehn Minuten nach dem Rückstand (72.) profitierte Norwegen von einem Abstimmungsfehler in der englischen Hintermannschaft. Ein präziser Querpass im Strafraum fand den freistehenden Flügelstürmer, der nur noch zum 2:2 einschieben musste.

In der Schlussphase warfen beide Teams noch einmal alles nach vorne. Das Spiel wurde physischer, geprägt von intensiven Zweikämpfen im Mittelfeld. Als sich die Zuschauer bereits mit einem Unentschieden abgefunden hatten, schlug die Stunde der Engländer. Ein genialer Moment des eingewechselten Jokers in der 88. Minute knackte den norwegischen Riegel: Sein Schlenzer aus 18 Metern schlug präzise im langen Eck ein und ließ das Wembley-Stadion beben.

Norwegen warf in den vierminütigen Nachspielzeit alles nach vorne, doch die englische Defensive hielt dem späten Ansturm stand. Am Ende verbucht England einen glücklichen, aber aufgrund der Spielanteile nicht unverdienten Arbeitssieg in einem hochklassigen Länderspiel.

Aufstellungen:

England: Pickford – Walker, Stones, Guehi, Shaw – Rice, Bellingham, Foden – Saka, Kane, Gordon.

Norwegen: Nyland – Ryerson, Hanche-Olsen, Östigard, Wolfe – Berge, Thorsby, Ödegaard – Nusa, Haaland, Sörloth.

Schiedsrichter: Felix Zwayer (Deutschland)

Zuschauer: 84.000 (ausverkauft)