Von Hany Danial
Künstliche Intelligenz im Journalismus: Was kann sie, was darf sie, wie nutzen wir sie, wer checkt ihre ausgeworfenen Fakten, wer verantwortet die Ergebnisse – bleibt das Urheberrecht auf der Strecke?.
Die ver.di-Sommerakademie krassmedial gab einige Antworten, fokussierte auf Probleme und formulierte Anforderungen für die redaktionelle Arbeitswelt. Workshops über den Schutz von Journalistinnen, ergänzten das anspruchsvolle Programm am Berliner Wannsee.
Das Sprachmodell der US-amerikanischen Firma Open AI hat viel Aufmerksamkeit auf und viele Spekulationen nach sich gezogen. Denn es kann Texte erzeugen, Geschichten erfinden und sogar programmieren. Welche Auswirkungen auf die Gesellschaft solch ein Werkzeug hat, das selbstständig Aufgaben erledigt und Antworten liefert, ist nicht absehbar. Daher brauchen wir eine Debatte darüber, wie KI die Gesellschaft prägt, wie man sinnvoll damit arbeiten kann, was man vermeiden, was man lernen muss und wie sich Organisationen auf diese technologischen Veränderungen einstellen müssen.
Diese und weitere Themen rund um die Künstliche Intelligenz werden uns längerfristig begleiten, unabhängig von den Konjunkturen der medialen Aufmerksamkeit. Welch große technische und gesellschaftliche Innovation ChatGPT darstellt, beschrieb der Chef des Grafikkartenherstellers Nvidia, Jensen Huang, als „iPhone Moment der künstlichen Intelligenz“. Mit der Einführung des Apple iPhones 2007 hatte sich das ganze technische Potenzial der frühen 2000er Jahre in einem Gerät materialisiert, das jede*r in der Tasche haben konnte und das die persönlichen Lebensgewohnheiten, die Kommunikationsformen und selbst unseren Umgang mit dem Internet radikal verändert hat. Es war ein Produkt, das viele tiefgreifende Neuerungen greifbar gemacht hat. Ebendies kann man heute auch für ChatGPT sagen. Bei der vorhergehenden Generation von Künstlicher Intelligenz, den sogenannten Expertensystemen, hatten Programmierer*innen noch die Regeln für die KI-Systeme bestimmt.
Beim maschinellen Lernen lernt das System hingegen durch Daten selbstständig. Die Sprünge im maschinellen Lernen basieren auf massenhaft verfügbaren Daten.
Zudem ist die Rechenleistung von Computern in den letzten Jahrzehnten exponentiell gestiegen. So können diese gigantischen Datenmengen bearbeitet und die Daten vernetzt werden. Diese Fortschritte haben nicht nur die wachsende Rechenleistung von Computern ermöglicht, sondern auch eine neue Klasse von neuronalen Netzwerken, so genannte Transformer.
Es geht nicht nur darum, dass KI menschliche Tätigkeiten ersetzt, sondern auch darum, dass Menschen ganz neue Dinge tun können. Kreativität ist immer etwas, das mit menschlicher Interpretation der Welt und der künstlerischen Umsetzung zu tun hat. Was nicht heißt, dass Künstler*innen nicht mit KI arbeiten können und dem wieder eine neue Bedeutung und Form geben. Man sollte in Bezug auf die Handlungsträgerschaft nicht vergessen, wer Urheber*in dessen ist, was die KI macht.
Die „Problemlösungsmaschine“ ist aber nicht die KI, sondern Probleme löst der Mensch, der KI sinnvoll einsetzt. Letztlich geht daher alles um die sogenannten Prompts. Also Fragen, Befehle und Arbeitsaufträge, die man eingibt, um ein sinnvolles Ergebnis zu erzielen.





