Von Sara Volker
Im Jahr 2023 wurde erneut eine deutliche Zunahme der illegalen
Migrati-on nach Europa festgestellt, wobei sich Deutschland als Hauptzielstaat
in der Europäischen Union (EU) erwies. Insgesamt wurden rund 380.200 unerlaubte
Grenzübertritte über die EU-/Schengen-Außengrenzen von der Europäischen Agentur
für die Grenz- und Küstenwache erfasst (2022: rund 326.300). Dies stellt den
höchsten Jahreswert seit 2016 dar.I
n Deutschland registrierte das Bundeskriminalamt (BKA) in der Polizeili-chen Kriminalstatistik (PKS) 266.224 Tatverdächtige wegen unerlaubter Einreise und
unerlaubten Aufenthalts (§§ 96, 97 AufenthG), was im Ver-gleich zum Vorjahr
einen Anstieg um 33,4 Prozent bedeutet. Die Masse der zugrundeliegenden
Feststellungen waren dabei von der Bundespolizei getroffen worden.
Hauptherkunftsstaaten waren Syrien (54.207), die Türkei (35.732) und Afghanistan
(35.370). Diesen unerlaubten Einreisen nach Deutschland gingen in vielen Fällen
Schleusungshandlungen voraus. Auch wenn ledig-lich ein Teil der Migrantinnen und
Migranten Unterstützung durch Schleuserinnen und Schleuser auf der finalen
Wegstrecke in Anspruch nimmt, ist es auf den vielfältigen Teilstrecken der
Fluchtrouten kaum möglich, ohne Nutzung von Schleusern den Zielstaat zu
erreichen. Im Jahr 2023 lagen bei rund 39.700 Personen, die an den deutschen
Grenzen kontrolliert wurden, Verdachtsmomente auf eine Einschleusung nach
Deutschland vor.
Gegenüber dem Vorjahr wurden bei Schleusungen über die EU-/Schengen-Außengrenzen
vermehrt Grenzübertritte auf der Zentralme-diterranen Route und der
Ostmediterranen Route verzeichnet, wohinge-gen die Westbalkanroute und die
Ostroute seltener genutzt wurden. Trotz des Rückgangs von Migrationsbewegungen
auf der Westbalkanroute wur-den die an den südöstlichen Grenzen Deutschlands
festgestellten Perso-nen zuvor überwiegend durch die Balkanregion geschleust. Im
Hinblick auf die Feststellungszahlen gelangte fast jeder zweite Geschleuste aus
Po-len (41,9 Prozent), etwa jeder dritte aus Österreich (29,4 Prozent) und etwa
jeder fünfte Geschleuste aus Tschechien (22,5 Prozent) nach Deutschland.
Die festgestellten geschleusten Personen waren überwiegend zu Fuß (37,1 %), in
Kleintransportern (25,6 %) oder in Pkw (24,3 %) unterwegs. Die hohe Anzahl der
statistisch erfassten Schleusungen zu Fuß deutet oftmals auf den vorherigen
Transport in Kraftfahrzeugen hin, sogenannte Abset-zungen, auch in Verbindung
mit Behältnisschleusungen. Behältnis-schleusungen sind der menschenunwürdige
Transport von Personen in Fahrzeugen mit einem hohen Lebensrisiko durch
Sauerstoffmangel, De-hydrierung, Unterkühlung oder erhöhter Verletzungsgefahr
bei Unfällen.





