Die beiden süddeutschen Atomkraftwerke in Baden-Württemberg und Bayern müssten nach Worten von Wirtschaftsminister Robert Habeck nach derzeitigem Stand über das Jahresende hinaus laufen. „Isar 2 und Neckarwestheim werden im ersten Quartal 2023 wohl am Netz bleiben. Das ist der Stand heute“, sagte der Vizekanzler am Dienstagabend in Berlin. Habecks Begründung

In Frankreich, das traditionell auf Atomkraftwerke bei der Stromversorgung setzt, sind seit Wochen mehr als die Hälfte der Meiler nicht im Einsatz. Dies werde sich auch in den kommenden Monaten nicht signifikant ändern. Die französischen Behörden gehen nicht mehr von einer Leistung von 50 Gigawatt im Winter aus, sondern nur noch von 45 Gigawatt Anfang Januar. Bis in den Februar sinke die Leistung der dortigen Atomkraftwerke auf nur noch 40 Gigawatt.

Die Beratungen zwischen Bund und Ländern waren ursprünglich für den morgigen Mittwoch angesetzt, wurden aber laut dem baden-württembergischen Ministerpräsidenten, Winfried Kretschmann, auf den 4. Oktober verschoben. Gründe wurden nicht genannt.

Habeck hatte bereits angekündigt, staatliche Hilfsprogramme für Unternehmen erweitern zu wollen. Offen ist aber die Frage der Finanzierung. Habeck hatte dazu ein Sondervermögen ins Spiel gebracht. Für die Bundeswehr war ein 100 Milliarden Euro schwerer Sondertopf beschlossen worden.