Der Islam sei seit Jahrzehnten Teil des kulturellen Lebens, sagt die Innenministerin. Vorwürfe der Union, sie fördere illegale Einwanderung, seien „billiger Populismus“.

Die Bundesinnenministerin hat ihre Position zum Islam in der Bundesrepublik deutlich gemacht: Dieser gehöre „natürlich zu Deutschland, er ist seit Jahrzehnten Teil des kulturellen Lebens“, sagte Nancy Faeser der Süddeutschen Zeitung. Mit ihrer Migrationspolitik wolle sie Deutschland zu einem „guten Integrationsland“ machen.

Die Union kritisiert die SPD-Politikerin und wirft ihr vor, mit ihrem neuen Kurs die illegale Migration nach Deutschland zu fördern. Daraufhin sagte Faeser: „Es ist erstaunlich, wie schnell sich die Union vom Erbe Angela Merkels abwendet. Billiger Populismus hilft jedenfalls niemandem.“

Die neue Bundesregierung wolle die Arbeitsmigration sowie die Einbürgerung erleichtern. Zudem müssten legale Fluchtwege geschaffen werden, um zu verhindern, dass Menschen ertrinken, sagte Faeser. Deutschland und Frankreich könnten dabei in einer „Koalition der Willigen“ vorangehen. „Auf der anderen Seite wollen wir aber auch Rückführungen und freiwillige Ausreise derjenigen forcieren, die nicht bleiben können“, sagte sie.

Sie mache sich zugleich „große Sorgen“ um die Gefahr des Islamismus und sei wegen des Terrorrisikos im Inland alarmiert. „Die Instabilität von Ländern wie Afghanistan erhöht die Risiken und kann Rückzugsräume schaffen. Wir müssen sehr wachsam sein“, sagte Faeser. Mit Hinblick auf die Freilassung von Islamisten, die in den nächsten Jahren ihre Haft verbüßt haben, müsse geklärt werden: „Wie gefährlich sind sie noch für die Gesellschaft?“ sagte Faeser.