Von Peter Azer

Die Diakonie Deutschland fordert eine grundlegende Reform der Pflegeversicherung und warnt davor, die finanziellen Lasten auf Pflegebedürftige und ihre Familien weiter zu erhöhen.
Diakonie-Präsident Rüdiger Schuch betont, dass Pflege im Alter bereits heute für viele Menschen kaum bezahlbar sei. Durchschnittlich müssten Pflegebedürftige mehr als 3.200 Euro monatlich als Eigenanteil für einen Platz im Pflegeheim aufbringen. „Pflege darf kein Armutsrisiko sein“, so Schuch. Besonders kritisch sieht er geplante Maßnahmen, bei denen staatliche Zuschüsse langsamer steigen könnten.

Ebenso warnt er davor, den Zugang zu Pflegeleistungen zu erschweren, um steigende Fallzahlen zu „reduzieren“. Pflegebedürftige bräuchten schnelle und unbürokratische Hilfe, nicht monatelange Verfahren zur Einstufung.

Ziel der Reform müsse eine menschenwürdige Pflege sein, die sowohl die Bedürfnisse der Betroffenen als auch die der Pflegekräfte berücksichtigt.
Gemeinsam mit dem DEVAP hat die Diakonie Vorschläge für eine gerechtere Finanzierung vorgelegt. Dazu gehören unter anderem die Rückzahlung von 5,9 Milliarden Euro aus Corona-Hilfen an die Pflegeversicherung, ein dauerhafter Steuerzuschuss, die stärkere Einbeziehung von Kapital- und Mieteinkünften sowie die Weiterentwicklung des Pflegevorsorgefonds.