Von Peter Azer

Die staatliche Förderung von Elektroautos in Deutschland hat einen wichtigen Meilenstein erreicht. Nach Angaben des Bundesumweltministeriums wurden seit dem Start des Programms bereits 100.000 Anträge bewilligt. Das Förderprogramm war im Mai gestartet worden und gilt rückwirkend für Fahrzeuge, die seit dem 1. Januar 2026 zugelassen wurden.

Für die Bearbeitung der Anträge ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zuständig. Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) bezeichnete die Zahl von 100.000 Bewilligungen als Zeichen dafür, dass das Programm die Erwartungen übertroffen habe. Die Förderung solle nicht nur den Umstieg auf klimafreundlichere Fahrzeuge unterstützen, sondern auch Haushalte angesichts hoher Kraftstoffpreise entlasten und die Abhängigkeit Deutschlands von teuren Ölimporten verringern.

Nach Angaben des Ministeriums entfielen rund 90 Prozent der bewilligten Anträge auf reine Elektrofahrzeuge. Weniger als zehn Prozent betrafen Plug-in-Hybride. Kauf und Leasing hielten sich dabei ungefähr die Waage.

Ein wesentliches Ziel des Förderprogramms ist es, auch Haushalte mit geringerem Einkommen beim Umstieg auf ein Elektroauto zu unterstützen. Rund die Hälfte der Antragsteller verfügte über ein jährliches Haushaltseinkommen von höchstens 45.000 Euro. Bei etwa drei Vierteln lag das Einkommen bei maximal 60.000 Euro. Nach Angaben des Ministeriums sollen insbesondere die soziale Ausgestaltung der Förderung und die Möglichkeit des Leasings den Zugang zu Elektrofahrzeugen erleichtern.

Gefördert werden ausschließlich Neufahrzeuge, die erstmals in Deutschland zugelassen werden. Dazu gehören batterieelektrische Fahrzeuge und Brennstoffzellenfahrzeuge sowie bestimmte Plug-in-Hybride und Fahrzeuge mit Reichweitenverlängerer, sofern sie die festgelegten Klimaanforderungen erfüllen.

Mit dem Programm verfolgt die Bundesregierung mehrere Ziele: Neben dem Klimaschutz sollen die Automobilindustrie unterstützt und fossile Energieimporte reduziert werden. Deutschland gibt nach Angaben des Umweltministeriums jährlich mehr als 80 Milliarden Euro für fossile Energieimporte aus.

Das Ministerium verweist zugleich auf Veränderungen auf dem Automarkt. Insbesondere kleinere und in Deutschland produzierte Elektroautos sollen künftig stärker verfügbar sein. Elektrofahrzeuge seien damit zunehmend auch für Haushalte interessant, die sich bisher kein entsprechendes Fahrzeug leisten konnten.

Das BAFA veröffentlicht zu Beginn jedes Monats einen Zwischenbericht über die Entwicklung des Förderprogramms.